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Ranthur Falkenauge – Die Geschichte eines Zwerges

Kapitel 1 (weitere werden in unregelmäßigen Abständen folgen…)

Ranthur Falkenauge

 D raußen pfiff kalt der Wind durch die kahlen Bäume. Das Feuer knisterte im Kamin und Gontal Falkenauge legte noch zwei Scheite Holz auf. Erst kürzlich hat er wieder einen Baum zu Brennholz verarbeiten müssen, da ein starker Sturm ihn zu Fall brachte. Gontal war betrübt über die Tatsache,  dass immer mehr Bäume den Naturgewalten nicht widerstehen konnten. Gut nur, dass seine Behausung unter einem Erdhügel gut geschützt war.

Ein denkwürdiger Tag stand an, denn Gontal sollte Vater werden. Seine liebe Frau Zeyna gebar ihm einen Jungen, der fortan den Namen Ranthur trug. Der kleine Zwergessohn wuchs und gedieh zu einem jungen Mann heran. Mit stolz übernahm er viel Wissen seiner Eltern und machte auch die eine oder andere Selbsterfahrung. Was ihm sehr lag, war der Umgang mit Tieren. Sein Vater hingegen verstand sich am Besten in Holzbearbeitung. Genau wie seine Mutter auch, war er ein einfacher Holzarbeiter, führte zusammen mit ihr ein solides Leben und hielt den Wald in Ordnung. Doch das war dem jungen Ranthur nichts. Er wollte Jäger werden. So konnte er bei seinen Tieren sein und trotzdem in die Welt hinaus wandern. Seine Eltern wollten eigentlich ihren Sprössling nicht hinaus in die gefährliche und unbekannte Welt ziehen lassen. Zuviel wurde gemunkelt von übermächtigen Tieren und Monstern, von fehlgesteuerten gnomischen Maschinen, die alles zerstörten, was ihnen zu nahe kam und natürlich von den verhassten Kriegern der Horde und der Brennenden Legion.

Ranthurs Wille war jedoch stark. Tag für Tag überzeugte er seine Eltern ein Stück mehr, dass es das Richtige für ihn sei, als Jäger in der weiten Welt sein Glück zu suchen. Er ließ sich von einem erfahren Jägersmann beibringen, wie man Tiere zähmt und für sich kämpfen lässt. Mit dem richtigen Feingefühl wird es dann auch dein bester Freund, bekam er von dem Jäger mit auf den Weg! Eines Tages brachte Ranthur dann ein Wildschwein mit nach Hause. Aber nicht als leckeres Mittagbrot, nein als seinen Begleiter. „Schaut mal! Das ist mein Sauser! Den will ich behalten und mit ihm jagen gehen!“ Die Atmosphäre war eher gegen ihn, als er mit dem Schwein aufkreuzte. Er bettelte seine Eltern nochmals an, das er Jäger werden will. Seine Eltern kamen ins Grübeln und zogen sich zurück zum überlegen, wie es nun weiter geht. Ranthurs Vater hatte eigentlich andere Pläne mit ihm.

Trotzdem willigte sein Vater als Erster ein, bestand aber darauf, dass sein Sohn zuerst eine „ehrliche“ Ausbildung absolviert. „Jagen kannst du dein Lebtag noch, Junge, aber du solltest auch andere Werkzeuge bedienen können. Du wirst Bergmann! Ich hab schon alles arrangiert und nächste Woche gehst du in die Ausbildung!“ Die Worte seines Vaters waren bestimmt. Ein Nein hätte er nicht akzeptiert. Und nun stimmte auch seine Mutter zu. „Ja – richtig, Ranthur! Du hast gehört, was dein Vater dir gesagt hat. So kannst du dir auch mit einer ordentlichen Arbeit dein Brot verdienen! – und dein Schwein darfst du behalten – aber füttere ihn gut, deinen Sauser.“ Zeyna lächelte ihrem Sohn aufmunternd zu.

Etwas mürrisch fügte er sich seinem Vater.
Ein letztes mal noch mit den Freunden rumhängen bevor es ernst wurde. Gemeinsam feierten sie das Donnerbräu-Fest*. Jeder junge Zwerg, ob Frau oder Mann feierte dieses traditionelle Fest, dass sie ins eigenständige Leben entlässt. Zum ersten Mal auch auf diesem Fest trank Ranthur Bier. Wie sollte es anders sein – es schmeckte ihm hervorragend … und – haute ihn um. Genau der richtige Einstig für den neuen Lebensabschnitt. Er wusste nicht einmal mehr, wie er nach Hause kam. Seine Mutter blickte ihn mit einem Lächeln an: „Na? Da habt ihr aber ganz schön gefeiert!“ – „Oh ja Mutter! Ich weiß gar nicht, wie Papa das schafft immer so viel Bier zu trinken.“, antwortete Ranthur mit einem Brummschädel und kratziger, heiserer Stimme.

Der letzte Tag zu Hause ging zu Ende und der junge Ranthur hatte sich gut erholt vom Fest. Am nächsten Tag begann seine Arbeit bei einem angesehenen Bergbaulehrer. Er erzählte ihm von den verschiedenen Metallen und was man daraus alles machen könne. Zuerst sollte sich Ranthur erst mal vernünftiges Werkzeug besorgen. Der Lehrer schickte ihn zum Händler auf der anderen Straßenseite. Ausgerüstet mit einer Spitzhacke sollte Ranthur nun losziehen und Kupfererze finden und abbauen. Sobald er damit fertig war, führte ihn sein Weg zurück zum Lehrer, der ihm zeigte, wie man dies nun verhüttet und es zum Weiterverarbeiten nutzbar macht.

Ranthur lernte recht schnell, doch war das nun nicht gerade eine befriedigende Arbeit. Zudem war sie gefährlich, da es an den Lagerstätten immer so viele Wildtiere gab, die ihn immer wieder davon abhielten an einem Stück durchzuarbeiten. Ab und zu jedoch wurde diese schwere Arbeit belohnt, mit edlen Steinen, die sich zwischen dem Erz versteckten. Sein Bergbaulehrer hatte schon viele junge Leute ausgebildet, doch er sah in Ranthur einen verborgenen Meister schlummern. „Was hältst du davon, lieber Ranthur, wenn du deine Bergbaufähigkeiten mit einem weiteren Beruf ergänzt? Dann könntest du aus deinen Metallen zum Beispiel Schwerter und andere Waffen herstellen, ja sogar Juwelen schleifen, bei deinem Glück was du mit den Edelsteinen hast.“
Eine schwere Entscheidung lag vor Ranthur. Was soll er nur machen? Klar, edle Steine fand er häufig, doch irgendwie konnte es sich nicht so richtig mit den feinen Arbeiten des Schleifens anfreunden. Und Schwerter schmieden? Nein irgendwie auch nicht das richtige für ihn. Waffen, Schusswaffen – das wär’s! Ja das wollte Ranthur herstellen und gleich auch noch seine Munition. Er fragte seinen Bergbaulehrer ob er jemanden kennt der einem so etwas bei bringt. „Hmm – Das ist diese merkwürdige gnomische Ingenieurskunst!“, meinte er und fügte hinzu: „Mein Junge du bist talentiert, kein Zweifel, aber damit wirst du nicht reich! Überleg dir das noch einmal! – aber wie auch immer du dich entscheidest, wenn’s um Bergbaufragen geht, kannst du jederzeit zu mir kommen. Und nun fort mit Euch! Sucht dieses Gnomvolk in Eisenschmiede, wenn ihr unbedingt Ingenieur werden wollt!“
Dankend verabschiedete sich Ranthur von seinem Lehrer und machte sich auf in die sagenumwobene Zwergenhauptstadt.

Sein Vater hatte auch schon von dieser Stadt erzählt, war aber sehr selten dort. Es seien ihm zu viele Leute. Und die sehen alle so anders aus. Arrogante Menschen, eingebildete Nachtelfen und diese Umweltroadies von Gnome. Gontal war noch aus einem altbackenem Holz geschnitzt. Dies machte Ranthur jedoch gar nichts aus. Er war offen für neue Leute und neue Orte und gespannt darauf, ob sein Vater unrecht hatte. So war es auch. Überwältigt von den großen Mauern und der unglaublichen Hitze hier, betrat er die steinerne Hauptstadt seines Volkes. Hier fühlte er sich seltsam sicher. Vielleicht lag es an den dicken Mauern, an den vielen Wachen, ach egal – erst einmal durchfragen, wo der Lehrer für diese Ingenieurskunst zu finden ist. Nach langem Suchen in den Weiten der Stadtmauern kam Ranthur bei seinem nächsten Lehrer an, genauer gesagt, bei seiner Lehrerin. Gespannt lauschte er den Ausführungen der Lehrerin und versuchte kurz darauf, das soeben Gelernte in die Tat umzusetzen.

Die Zeit ging ins Land. Ranthur reifte in seiner Person, lernte viele Leute kennen und verbesserte sich stetig in seinen beiden Berufen. Aus eher praktischen Gründen ließ er sich nebenbei noch in Erster Hilfe und im Kochen unterrichten. Es war einfach besser, wenn man sich verletzt hatte, schnell selbst einen Verband anzulegen oder auch anderen zu helfen und natürlich das gejagte Wild auch selbst verarbeiten zu können.
Ranthur genoss die Freiheit und reiste viel herum. Bei den Elfen bekam er eine Falkeneule geschenkt, da sie so gut zu seinem Namen passe. Nun ja, es stimmte ja auch, und einen Begleiter mehr bei sich zu haben fand Ranthur sogar sehr gut.

Ende Kapitel 1
… Fortsetzung folgt.

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* Das Donnerbräu-Märchen -> Autor: Nauglamir – Link

1 Kommentar zu: Ranthur Falkenauge – Die Geschichte eines Zwerges

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