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Ein Freund

Schnell ist es dahin gesagt. Doch was ist ein Freund wirklich?

Wenn wir heute von Freunden reden, verschwimmen manche Grenzen. Ich habe viele Bekannte aber nur wenige Freunde. Mein bisheriges Leben war nicht grad auf weichem Moos gebettet. Ein ständiges auf und ab. Gerade die Talfahrten waren alles andere als toll.

Viele Bekannte gaben einem Ratschläge und meinten es bestimmt auch gut. Jedoch nur weniger als eine Hand voll Jener, stellten sich im Laufe der Zeit als Freunde heraus. Sie waren auch noch da, als andere längst ihre guten Ratschläge vergessen hatten. Freunde fingen mich wahrlich auf. Sie gaben einem den Halt, den man wirklich brauchte. Nicht die guten Ratschläge waren es dann, sondern das Zuhören. Sie ließen einem den Freiraum seine Seele auszuschütten und dennoch setzten sie Grenzen, dass man sich nicht verirrte im Dickicht der Verzweiflung.

Freunde akzeptieren, wie man wirklich ist. Man muss sich nicht verstellen, um jemandem zu gefallen. Das sollte man zwar sowieso nicht tun, aber die Praxis sieht nun mal so aus, dass man sich oft genug anpasst.

Peter war einer meiner wenigen Freunde. Er war direkt und ehrlich. Mit seiner Lebenserfahrung hat er mir andere Wege aufgezeigt, wenn ich kaum noch einen Ausweg sah. Und … auch er bat mich das eine oder andere Mal um Rat. Es erfüllte mich mit stolz, ebenfalls helfen zu können und sah es auch als Revanche an. Auf diese Weise konnte ich mich für seine Hilfe bedanken.

Oft ist ein Freund nicht allein, wenn Hilfe gebraucht wird. Auch ein Freund hat seine Unterstützer mit denen er ein stabiles Umfeld schafft.
Ilona, die Frau an Peters Seite hat ebenfalls ihren Teil beigetragen, dass die Hilfe auch ankommt, wie sie soll. Nur so wächst eine solide Freundschaft und gedeiht auf fruchtbarem Boden.

Lockere Gespräche aber auch mal aufrüttelnde Worte richteten mich auf und gaben mir Kraft. Unser gemeinsames Spiel World of Warcraft half ebenso. Neue Kontakte wurden geknüpft und so kurios es für Außenstehende klingen mag, das Spiel brachte einem auch zu einem gewissen Teil bei, neue Wege zu finden, um Probleme gemeinsam zu lösen. So konnte ich auch schwierige Zeiten meistern, kam auf andere Gedanken und nahm viele Erfahrungen mit.

Ab hier fehlen mir jedoch fast die Worte. Und zwar ab dem Punk, wenn ein Freund nicht mehr da ist. Es so unsagbar schwer, die Trauer in Worte zu fassen. Man wollte doch noch so viel sagen. Man wollte doch noch mal den richtigen Moment abpassen, zutiefst Dank anzubringen. Und plötzlich ist es vorbei.
Es bleiben Schmerz und unausgesprochene Fragen und Gedanken, Jedoch bleiben auch wunderbare Erinnerungen. Erinnerungen die sich tief im Herzen einbrennen und einen Freund unsterblich machen. Die kleinen Dinge im Leben sind es, die mir halfen die nötige Kraft zu finden.

Irgendwie habe ich das Gefühl, so viel vergessen zu haben, zu erwähnen. Doch ich hoffe, das zwischen den Zeilen Das steht, was ich wirklich ausdrücken möchte.
An dieser Stelle will ich mich noch einmal von meinen Freund verabschieden und seiner Familie mitteilen, dass ich meine Anteilnahme kaum beschreiben kann.
Mein Mitgefühl ist bei Euch und meine Trauer ebenso. Ich wünsche Euch viel Kraft die Zeit des Abschieds würdevoll und aufrichtig zu meistern.

Es ist bestimmt auch in Peters Sinne, wenn ich hier zum Abschied zwei Zitate aus WoW anbringe.
Zum einen spielte Peter gerne das Volk der Nachtelfen.
Diese pflegten zu sagen: Elune-adore – Elune sei mit Euch.
Zum anderen ein Zitat vom stolzen Volk der Menschen: Möge das Licht mit dir sein.

Peter, du bleibst mir im Herzen ein treuer Freund.
Dein Freund Bernd

3 Kommentare zu: Ein Freund

  • Nelvin

    Auch ich habe dieses Jahr einen Freund verloren. Ich kann verstehen was in dir vorgeht. Der Schmerz ist sehr tief und weiss nicht was man denken oder sagen soll.

    Nochmal herzliches Beileid!

  • Ylar

    Bernd, Du hast wunderbare Worte gefunden um Deine Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Aber auch die beschreibenen Worte, sollten jedem ein Bild von Peter geben, auch wenn sie ihn nicht erleben konnten.

    Peter würde jetzt auch wieder lächeln, wenn er Deine Worte lesen würde.

  • modra

    Hi Bernd,
    kann da nichts weiter zu sagen,und das ist bei mir selten, das mir die Worte fehlen.
    Ein sehr schöner Beitrag.

    Jepp, Peter würde sich freuen.

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